Ein Bier Ausgeben

Variante 1 „Aus Fremden werden Freunde“

Anderen eine Freude bereiten, das kann ein richtig schönes Gefühl sein. Dazu gehört auch gar nicht so viel. Schon die Einladung zu einem Glas Bier zaubert so manchem Mitmenschen ein freundliches Lächeln ins Gesicht. Denn hinter der Einladung Bier-Ausgeben steht nicht nur ein leckeres Glas kühlen Gerstensaftes zum Nulltarif, sondern vor allem ist es eine Sympathiebezeugung, eine Geste der Freude, der Versöhnung, der Wunsch den Eingeladenen besser kennen zu lernen. Und das fast überall auf der Welt. Die Frage „Magst du ein Bier mit mir trinken?“ oder „Do you care for a beer?“ ist der lockere Einstieg ins weite Feld der zwischenmenschlichen Beziehungen. Zusammen mit dem Smalltalk während des Trinkens ist so schon oft eine neue Freundschaft entstanden.
Möchte ein Mann über die Getränke-Spende eine Frau näher kennen lernen, sollte er sich vorher vergewissern, dass sie Bier mag. Gerade bei den Damen kann die Geste als „plumpe Anmache“ interpretiert werden oder sie lehnen ab, da sie sich dadurch zu einer Unterhaltung (oder mehr) verpflichtet fühlen, die sie nicht eingehen möchten. Präsentiert sich der Mann jedoch vorab mit ein, zwei Sätzen schon als geistreicher, origineller, zumindest anregender Gesprächspartner, wird die anschließende Einladung zum Bier sicher angenommen.
In einem fremden Land wird der oder die Eingeladene zu dem gern mit wertvollen Insider-Tipps auf die spendable Geste reagieren. Ausnahmen bilden islamische Länder. Die meisten Moslems trinken keinen Alkohol.

Variante 2, 3 und 4 „in fröhlicher Gesellschaft“

Die Kneipenrunde

Charakteristisch für eine sogenannte Kneipenrunde die mehrere Personen einschließt, ist das Rotationsprinzip. In der geselligen Runde ist jeder einmal an der Reihe „eine Runde Bier auszugeben“. Meistens schließt sich an die erste Runde Bier-Ausgeben eine weitere oder gar mehrere an. Die Kneipenrunde entsteht aus einer Laune, sie benötigt keinen Anlass.

Die Lokalrunde

Anders bei der Lokalrunde. Diese hat meist einen besonderen Grund. Die Geburt eines Kindes, ein runder Geburtstag, ein lukrativer Geschäftsabschluss werden damit „begossen“. Eine Lokalrunde umfasst alle im Lokal befindlichen Personen, Freunde, Bekannte, Fremde und wird von demjenigen bezahlt, der sie geordert hat. Es besteht keine Verpflichtung, sich auf eine Lokalrunde mit einer neuen Runde zu revanchieren.

Die Wirte-Runde

Das Gleiche gilt, wenn der Wirt/die Wirtin, mit oder ohne Anlass, guten Stammkunden „einen ausgibt“.

Variante 5 „Möge es bekommen“ (lat. prosit)

Mitunter geben Menschen anderen ein Bier aus, weil sie ungern alleine trinken. Sehr häufig zu später Stunde. „Komm, noch ein letztes Bier.“ Es folgt: „Noch eins für den Nach-Hause-Weg.“ Das kann sich hinziehen. Lässt sich der Eingeladene auf dieses Bier-Ausgeben Trink-Spiel ein, ist zu hoffen, dass ein häufig ausgesprochenes „Prost“ ihn wirklich vor der Wirkung des Alkohols schützt. Ein Rausch, ob als Karussell-Fahrt im Liegen, als Kater (Kopfschmerz) am nächsten Morgen, lies schon viele Menschen in grauer Vorzeit an die Rache von Dämonen glauben, die sie während des Trinkens mit musischem Lärm besänftigen und vertreiben wollten.
In diesem Sinne: „Wohl bekomm`s“, „Sanatate“ (Gesundheit, Rumänien), „tschok di“ (viel Glück, Thailand).

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